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Fussreflex Massagen

Die historischen Quellen widersprechen einander, wenn es um den Ursprung der Fußreflexzonen-Therapie geht. Sicher ist, dass die Menschen überall auf der Welt von Alters her den Füßen einen besonderen Stellenwert einräumten: Die alten Ägypter setzten Fußmassagen zur Heilung ein, die Chinesen und Inder ebenfalls. In der Bibel und im Koran spielen sie eine wichtige Rolle. Aber auch die Ureinwohner Amerikas kannten die Reflexzonentherapie. Das Wissen darum wurde von den Medizinmännern der Indianerstämme sorgsam gehütet und mündlich überliefert. In Europa gab es seit dem 16. Jahrhundert immer wieder Berichte über die Behandlung innerer Organe durch Massagen und andere Methoden der Reflexzonentherapie. Von dem Florentinischen Bildhauer Benvenuto Cellini (1500– 1571) ist z.B. überliefert, dass er starke Schmerzzustände durch Druck auf Finger und Zehen behandelte.

 

Noch keine wissenschaftlichen Beweise doch der Erfolg spricht für sich. Erst vor ungefähr 50 Jahren jedoch entstand die heutige Form der Fußreflexzonentherapie. Sie gründet sich vor allem auf zwei Annahmen, auf die Meinung nämlich, dass verschiedene Körperzonen durch Energieströme miteinander in Verbindung stehen und auf die bereits erwähnte Idee, dass der gesamte Körper sich in den Füßen widerspiegelt, weil nämlich alle Energieströme in den Füßen wurzeln. Diese Theorien sind bis heute noch nicht endgültig wissenschaftlich bewiesen. „Aber der Erfolg spricht für sich“, meint die Physiotherapeutin Rosemarie Förster. Sie selbst habe zahlreiche Situationen erlebt, in denen erst eine reflektorische Behandlung den gewünschten Erfolg brachte. Ein akuter Bandscheibenvorfall kann und darf zum Beispiel nicht durch eine Massage an der Wirbelsäule selbst behandelt werden. Förster: „Wenn wir stattdessen den entsprechenden Reflexpunkt am Fuß massieren, können wir unter Umständen eine deutliche Schmerzlinderung erreichen.“

Sinn mache eine Reflexzonenmassage auch bei manchen Patienten mit schweren Nackenverkrampfungen, so Förster. „Wenn wir sie in dem Bereich auch nur berühren, reißen sie sofort die Schultern hoch und verkrampfen sich noch mehr, aus Angst, die Massage könnte ihnen wehtun.“ Helfen könne sie da zum Beispiel, indem sie erst einmal die Füße massiere, berichtet Förster. „Auf Ablehnung bin ich noch nie gestoßen. Im Gegenteil, die meisten finden das sehr angenehm und sind am Ende deutlich entspannt.“


Schmerzlinderung bei Bandscheibenvorfall
Die Reflexzonen der Wirbelsäule liegen an den Innenkanten beider Füße. Der große Zeh entspricht dem Kopf, an der Zehwurzel sind die Zonen für Nacken und Schulter. Die gesamten Fußballen repräsentieren den Bereich der Brustwirbelsäule bis zum unteren Rippenbogen. Die nächste Zone beginnt an der schmalsten Stelle des Fußes, die der Gürtellinie entspricht, und geht bis zum Beginn der Ferse. Sie reflektiert die untere Wirbelsäule. Der Druckpunkt für die Lendenwirbelsäule, die besonders anfällig für Bandscheibenvorfälle ist, liegt in dieser dritten Zone. Die Ferse selbst steht für den Bereich der Beine.
Reflexzonen der Inneren Organe Das Wirkungsfeld der Fußreflexzonenmassage geht jedoch weit über den reinen Bewegungsapparat hinaus. Im Fuß spiegeln sich nach dieser Theorie auch sämtliche inneren Organe wider. Ihre jeweiligen Reflexzonen sind ebenfalls nach dem oben beschriebenen Schema angeordnet. Die Zonen für Bronchien und Lunge befinden sich also auf Höhe der Fußballen, die für den Magen knapp oberhalb der „Gürtellinie“, darunter die für Darm, Blase und Niere. Auch die Ausrichtung der Organe in der Waagerechten wird in der Zoneneinteilung berücksichtigt. Jeder Fuß ist in fünf Längszonen entsprechend den fünf Zehen eingeteilt. Die großen Zehen bezeichnen die Zonen rechts und links vom Bauchnabel, von dort aus geht es in vier Zonen pro Fuß immer weiter nach außen. Der rechte Fuß repräsentiert die rechte Körperhälfte, der linke die linke. Organe, die nur einmal vorhanden sind, haben ihre Reflexzone nur auf dem entsprechenden Fuß. Ein Bereich für das Herz zum Beispiel findet sich nur am linken Fuß, einer für den Blinddarm nur am rechten.

Füße geben Hinweise auf Schwachpunkte des Körpers
Führt man diesen Gedanken konsequent weiter, so eröffnet sich eine zusätzliche Dimension der Fußreflexzonentherapie: Sie kann möglicherweise über den gesamten Gesundheitszustand eines Menschen Auskunft geben. „Ein gesunder Mensch hat üblicherweise einen schmerzfreien Fuß, der sich warm und elastisch anfühlt und gut durchblutet ist“, erklärt Rosemarie Förster. „Ist der Fuß hingegen kalt und bewegungseingeschränkt, zeigen sich Hautveränderungen, Schwellungen, Verhärtungen, Fehlstellungen der Knochen oder Druckstellen, kann das auf Schwächen oder Krankheiten im Körper hinweisen. Reagieren die Füße außerdem beim Abtasten druckempfindlich, könnte der Energiestrom gestört sein.“ Die Reflexzonen am Fuß reagieren häufig schon empfindlich, bevor der Patient irgendwelche Beschwerden an dem entsprechenden Organ wahrnimmt. Ziel der Reflexzonenmassage ist es, wieder einen ungehinderten Fluss der Energieströme zu ermöglichen und dadurch auch auf Erkrankungen der inneren Organe zumindest lindernd einzuwirken. „Wichtig ist dabei, dass wir den ganzen Fuß behandeln“, betont Rosemarie Förster. „Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Fußreflexzonen nur an der Fußsohle liegen. Sie sind genauso dreidimensional wie der Körper selbst.“
 

Bei diesen Beschwerden ist eine Fußreflexzonenmassage empfehlenswert

  • Schmerzen des Bewegungsapparates (Haltungsschäden, HWS-, BWS-, LWS-Syndrome, muskuläre Verspannungen, Bewegungseinschränkungen aller Gelenke);

  • Verdauungsstörungen (Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Hämorrhoiden);

  • Hormonelle Störungen (Menstruationsprobleme, Schilddrüsenüber- und unterfunktion);

  • Chronischer oder akuter Schnupfen;

  • Lymphatische Belastungen, vor allem auch bei Kindern;

  • Allergien;

  • Kopfschmerzen verschiedener Art;

  • Nachbehandlung nach Operationen;

  • Neurologische Erkrankungen (Parkinson, Schlaganfall);

  • Streßbedingte Störungen (Tinnitus)

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit